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1.3 Über Buendorf und Quickborn

1.3.1 Buendorf

Professor Bückmann leitete den Ortsnamen Buendorf von Bunendorpe ab und deutete auf den Personennamen Buno hin, der bei den Langobarden vorkam (66), Ludwig Schneider auf ,,bune" (Buhne), einer dammartigen Schüttung aus Erde, Steinen und Strauchwerk zur Flußregulierung.

Die Grabfunde von Lienau auf dem Luchsberge in der Gemarkung aus der jüngeren Bronzezeit weisen darauf hin, daß hier vor 3 bis 4000 Jahren Menschen siedelten. Laux faßte zusammen:

,,Hügel 1

Bei der Sandgewinnung zerstört. Im Grabhügel fanden sich eine Wurflanzenspitze, ein Kurzschwert und das Ortband der Schwertscheide.

Hügel 2

Durchmesser 16 m, Höhe 1,45 m. Im Ostteil des Hügels rechteckige Steinpackung für einen Baumsarg (H 1,45 m). Zwischen den Steinen Leichenbrand, darunter Beigaben aus Bronze, ein Dahlenburger Kurzschwert und eine Wurflanzenspitze. Südlich des Zentrums eine Steinsetzung von 3 m Länge, die einen Baumsarg umgab, in dem ausgestreuter Leichenbrand lag, dazwischen einige Bronzereste. An die Steinsetzung angelehnt wurde eine kleine Steinkiste mit einer Lappenschale festgestellt. Westlich vom Zentrum ovale Steinsetzung mit Leichenbrandhäufchen und einem Tongefäß. Im Hügelmantel wurden weitere Leichenbrandnester festgestellt.

Hügel 5

Über die Ausmaße des Hügels liegen keine Angaben vor. Den Beigaben nach zu schließen wurden im Hügel eine Frau und ein Kind beigesetzt. Zum Schmuck der Frau gehört eine Haarknoten-Fibel, zwei Halsringe, zwei Armbänder und vier Beinringe, zur Ausrüstung des Mädchens ein Armring und zwei Beinringe." (67)

1274 übernahm Herzog Johann von St. Laurentius den Zins von 8 Hufen in Buendorf.

Übersetzung:

,,Wir Johann von Gottes Gnaden Herzog von Braunschweig tun allen, die diese Urkunde lesen, kund und zu wissen, dass wir in Anbetracht der treuen Ergebenheit, die, wie wir erfahren, Herr Hartwig, unser Geistlicher, uns bisher erwiesen hat, der Kirche St. Laurenti in Dahlenburg Vogtei und den Zehnten von 5 Hufen ( = 150 Morgen) in der Feldmark daselbst mit allem Zubehör an Grund und Boden, Wald, Weide und Wiese zu dauerndem Besitz überlassen haben. Zur Entschädigung dafür haben wir im Tauschwege den Zins von 8 Hufen im Dorfe Bunendorpe von der erwähnten Kirche erhalten.

Zum Zeugnis dessen haben wir diese Urkunde unter unserem Siegel ausstellen lassen.

Gegeben zu Lüneburg im Jahre des Herrn 1274, in Gegenwart des edlen Herrn Burchard, Grafen von Wölpe, des Otto Grote, des Anno von Heimburg und vieler anderer glaubwürdiger Ritter. Am Tage des Apostels Andreas." (68)

24. Juni 1370: Heyne von Edendorf und sein Neffe Hans erkannten die Verpflichtung an, die ihnen aus einem Hof, den sie von H. Bolcke Buendorf ererbt hatten, erwuchs.

Am 19. Dez. 1576 befahl Herzog Wilhelm dem Amtshauptmann von Bleckede über einen Hof in Buendorf zu berichten, aus dem ihm Hauptmann Caspar Kessler Einkünfte überlassen wollte. Der Hauptmann lieferte dann am 28. Dez. 1576 einen Bericht an den Herzog über den Hof des Lorenz Varin in Buendorf ab. Schon im Januar 1577 überließ Kessler Herzog Wilhelm ,,Einkünfte aus dem Hof des L. Varin in Buendorf für 30 Reichstaler". (69)

Nach der Kirchenchronik gab es schon vor dem 30-jährigen Krieg hier 5 Höfe. Sie lieferten z. B. neben 6 Schilling pro Hof, je 1 Brot und 1 Wurst an die Pfarre, daher nannten die Kirchspielleute die Besitzer auch ,,Wurstbürger". Außerdem besaßen sie das Recht (70) auf einen Begräbnisplatz auf dem Friedhof an der Johanniskirche. Besitzer Wichel und Jacob Bauch standen 1667 zusätzlich mit je 4 Himten Roggen zu Buche, abzuliefern an die Pfarre. Heinrich Borstelmann registrierte für 1799 2 Halbhöfe und 3 Koten mit folgenden Besitzern:

Das Gesicht des Dorfes, ursprünglich ein Rundling, veränderte sich durch die Entstehung von Neubauten. Schmucke Holzhäuser mit liebevoll angelegten Gärten entstanden als Zweitwohnungen von Großstädtern, die hier in ländlicher Umgebung Erholung suchen.

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